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Historisches Profil
Anfänge
Die Anfänge Luganos gehen weit zurück. Erste sichere Spuren des kleinen Fischer- und Bauerndorfs stammen aus dem 10. Jahrhundert. Das von den Herzogen von Mailand und Como immer wieder umstrittene Lugano und seine Pfarrgemeinden ging 1513 in Schweizer Herrschaft über, bis es 1798, im Sog der europäischen Umbrüche, die Unabhängigkeit erhielt und Teil der Schweizerischen Eidgenossenschaft wurde. Seit 1515 bis in die Anfänge des 20. Jahrhundert war Lugano Sitz der „Fiera Grossa“, einer der wichtigsten Viehmessen Europas.
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Das Wappen LUGA
Zu den vier Buchstaben, die das Wappen Lugano ausmachen, wurden schon die ungewöhnlichsten Vermutungen angestellt. Leider sind sie jedoch ganz einfach eine Abkürzung des Stadtnamens und nicht die Initialen eines geheimnisvollen Begriffs. Dies beweisen sowohl das ursprüngliche Pfarreiwappen sowie Dokumente vom 18. Oktober 1208 und vom 14. November 1209, deren Originale im Kloster Sant’Ambrogio in Mailand aufbewahrt wurden.
Der Ortsname „Lugano“ kommt vom lateinischen Wort lucus, was „heiliger Wald“ bedeutet. Daher ist also der Name von Lugano auf den Umstand zurückzuführen, dass die ersten Siedlungen in der Nähe eines Waldes entstanden sind.
Zeugnisse des Wappens finden sich in der Kathedrale von San Lorenzo, wo es in ein Weihwasser-Becken gemeisselt ist und auch auf den zwei Glocken erscheint.
Die Farben wurden einem Pergament-Dokument aus dem Jahr 1588 entnommen, das im Museum von Altdorf aufbewahrt ist. Es handelt sich um ein von der Stadt Lugano einem gewissen Sebastiano Beroldingen von Uri ausgestelltes Zeugnis, auf dem das Wappen des „Tals“ von Lugano ein Silberkreuz auf rotem Grund trägt.
Auf der Fassade des Hauses von Beroldingen in Uri waren nicht nur das Wappen des Ortes Lugano, sondern auch der ganzen Gemeinde zu sehen. Leider ist das Haus 1799 völlig abgebrannt.
Die Kirche von Loreto weist auf ihrer Fassade ein Stadtwappen im Renaissance-Stil auf und das Stadthaus von Lugano ist ebenfalls mit dem Wappen geschmückt, wobei der rote Untergrund neu zweifarbig rotblau gestaltet wurde, in Anlehnung an die Farben des Kantons. |
Die städtebauliche Entwicklung
Die städtebauliche Entwicklung der Stadt Lugano kann in vier Phasen aufgeteilt werden.
Bis Ende des 18. Jahrhunderts behält die Stadt ihre mittelalterliche Form bei. Mit dem Übergang von der alten zur neuen Regierung (1798-1847) änderte sich die soziale Struktur der Bevölkerung und die Stadt wächst weit über das von den Stadttoren begrenzte Gebiet hinaus. Die Stadttore werden abgerissen und die mittelalterliche Form des geschlossenen Orts wird abgelöst durch die offene Struktur der modernen Stadt.
Von 1880 bis 1910, insbesondere nach der Eröffnung des Gotthard-Eisenbahntunnels, erlebt Lugano ein aussergewöhnliches Bevölkerungswachstum. In 30 Jahren steigt die Zahl der Einwohner um knapp 8000 von 6949 auf 14998 Personen.
Grundlegende urbanistische Veränderungen erfolgen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts infolge eines weiteren massiven Bevölkerungsanstiegs sowie der wirtschaftlichen Entwicklung, die die Struktur des Stadtkerns und anderer Quartiere weitgehend verändern, unter anderem des Quartiers Sassello (1939-1949), das gemäss dem damaligen Zonenplan von Grund auf saniert wurde. |
Die Stadt und der Tourismus
Der Übergang vom mittelalterlichen Städtchen zur modernen Stadt erfolgt mit der Entwicklung der Tourismusbranche in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Den Anstoss zu dieser Entwicklung gaben die Gebrüder Ciani und der Hotelier Alexander Béha. Mit der Eröffnung des Parkhotels im Jahre 1855 gelang es ihnen, den Tourismus in unsere Region zu bringen. Um diesen weiter zu fördern, bedienten sie sich der einzigen Ressourcen, von denen es schon damals nicht mangelte: die Landschaft und die Natur. |
Ort der Freiheit
Im Laufe des 19. Jahrhunderts erlangte Lugano im Zusammenhang mit den Kämpfen für die Einheit Italiens grosse Bedeutung über die Landesgrenzen hinaus. Die Gebrüder Ciani machten es sich in Zusammenarbeit mit anderen Luganeser Bürgern zur Aufgabe, ein Netz aufzubauen, um die zahlreichen italienischen Flüchtlinge aufzunehmen, die während dem Risorgimento der österreichischen Herrschaft zu entkommen versuchten, ein Kapitel in der Geschichte Italiens, das vom Fall Napoleons I bis 1859 reichte. Einige berühmte Namen unter den damaligen italienischen Gästen sind: Giuseppe Mazzini, Carlo Cattaneo, Ugo Foscolo, Filippo del Meester.
Drehscheibe dieser Unterstützungstätigkeit war die Villa Ciani, heute Sitz des städtischen Museums. |
Städtische Infrastrukturen
In wenigen Jahrzehnten gelang es der Tourismusbranche, in Lugano Fuss zu fassen und sich mit einem umfassenden Ferienangebot und der Eröffnung mehrerer Hotels einen internationalen Namen zu machen. Dies einerseits dank dem aussergewöhnlichen Unternehmungsgeist der Initianten, andererseits aber auch dank der Eröffnung im Jahre 1882 der Eisenbahnlinie Nord-Süd durch den Gotthard. In kurzer Zeit entstehen zahlreiche Infrastrukturen, die wesentlich zur Entwicklung des Tourismus beitragen. Dazu gehören die städtische Wasserleitung, Elektrizität und der Bau von Strassen, Trams und Seilbahnen.
Der hohe Standard der Luganeser Hotels zieht zahlreiche Gäste aus dem gehobenen Bürgertum an, vorwiegend aus Deutschland, aber auch aus England und anderen Staaten Europas. Die Wirtschaftskrise der 30er Jahre geht auch am Tessiner Tourismus nicht spurlos vorbei und die beiden Weltkriege dämpfen zusätzlich die Ferienaktivität, doch in der Folge gelingt es der Stadt Lugano, sich den neuen Bedürfnissen der Branche anzupassen und den Tourismus zu einer der wichtigsten und dynamischsten Aktivitäten der Stadt zu machen. |
Finanzplatz, Tourismus und Handel
Die Entwicklung des Finanz- und Banksektor beginnt in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, um dann in den 60er und 70er Jahren rasant anzusteigen.
In wenigen Jahrzehnten avanciert Lugano zum dritten Finanzplatz der Schweiz. Den Aufwärtstrend des Finanzsektors kann auch die Einführung des Euros nicht aufhalten und heute operieren von Lugano aus alle grossen Schweizer Banken sowie zahlreiche internationale Institute, die im Private Banking tätig sind.
Tourismus, Finanz und Handel sind somit die Hauptpfeiler der Wirtschaft Luganos und sichern insgesamt 27'000 Arbeitsplätze.
Die Entwicklung dieser Wirtschaftsbranche hat allerdings in den letzten Jahrzehnten auch eine grundlegende Veränderung des Stadtbilds zur Folge, wobei die urbanistischen und architektonischen Neuerungen stets unter Berücksichtigung der landschaftlichen und naturalistischen Qualität der Region erfolgten.
Heute verfügt Lugano über einen eigenen Flughafen und über ein äusserst vielseitiges Tourismus-Angebot, das auch den besonderen Ansprüchen von Kongressbesuchern und Individualreisenden gerecht wird. |
Die Projekte des neuen Jahrtausends
Zur Zeit sind in Lugano grosse Projekte im Gang, die die Ansiedlung neuer Unternehmen fördern und zur Verbesserung der Infrastrukturen für Kultur und Freizeit beitragen sollen. Ein solches Projekt ist der Bau eines Ausstellungszentrums mit Theater- und Konzertsaal auf dem Grundstück des früheren Palace-Hotels, eines jener Häuser, in denen die Geschichte des Tessiner Tourismus seinen Anfang nahm. Ein weiteres Projekt sieht die Schaffung eines neuen Messegeländes in der Zone Campo Marzio Nord vor, das das Angebot des bestehenden Kongresshauses vervollständigen und erweitern soll.
Andere Projekte haben die Verbesserung des Transportwesens zum Ziel und gehen mit dem Bau von Alptransit, der Schnellbahn Lugano-Mailand und den Verbindungen zwischen dem Flughafen Lugano-Agno und Malpensa einher. |
Universität und Fachhochschulen
Auf dem Gebiet der Bildung besitzt Lugano seit einigen Jahren eine eigene Universität mit den Fakultäten Kommunikationswissenschaften und Wirtschaftswissenschaften in Lugano und der Architekturakademie in Mendrisio. Ein neuer Campus ist zur Zeit im Bau. Es wird eine neue, von der Universität unabhängige Theologiefakultät beherbergen. Von grosser Bedeutung ist auch das Bankstudienzentrum in Vezia, wo führendes Personal aus dem Finanzsektor in Lugano und Umgebung Fort- und Weiterbildung auf höchstem Niveau erhalten. |
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