Kulturhauptstadt Schweiz 2030
Die Stadt Lugano hatte sich mit der Unterstützung von Locarno und Mendrisio beworben. Die ausgewählte Stadt ist Aarau. Im Jahr 2027 wird La Chaux-de-Fonds im Rahmen eines Pilotprojekts die erste Hauptstadt sein.
Lugano beteiligte sich am Bewerbungsverfahren zur Kulturhauptstadt Schweiz 2030 mit einem offenen und gemeinschaftlich getragenen Projekt, an dem lokale Institutionen, Kulturschaffende, Gemeinschaften und Unternehmen der Region beteiligt waren. Der Stadtrat bereitete unter der Koordination der Kulturabteilung das Bewerbungsdossier vor, das mit Unterstützung und in Zusammenarbeit mit den Städten Locarno und Mendrisio eingereicht wurde.
Die Bekanntgabe der Siegerstadt Aarau erfolgte im Juni 2026. Das gemeinsame Projekt von Lugano, Locarno und Mendrisio war nicht die einzige Bewerbung aus der italienischsprachigen Schweiz, da auch Bellinzona eine Kandidatur eingereicht hatte. Aus der Deutschschweiz bewarben sich zudem Schaffhausen, Thun und Zug.
Die Bewerbungen wurden von einer Jury bewertet, die aus zehn Fachpersonen aus den Bereichen Kultur, Wirtschaft und Medien bestand.
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- Kulturelle und sprachliche Einzigartigkeit (Investitionen zur Aktivierung eines neuen, touristisch-kulturell basierten Wirtschaftsmodells)
- Präsenz von Zentren der Forschung, Startups und von gleich drei akademischen Institutionen, die international gut vernetzt sind (zum Beispiel das Swissnex-Netzwerk)
- Zentrale Lage auf der Nord/Süd-Achse leicht erreichbar dank eines hochmodernen Bahnnetzes
- Profile beruflicher Qualität
- Italienischsprachige Grenzregion zu Italien (zahlreiche aktive Kooperationen auch im Kulturbereich)
- Ein privilegierter landschaftlicher Kontext
- Eine Stadt und eine Region attraktiv (politische Stabilität und geografische Lage)
- Weit verbreitetes Wohlbefinden und Langlebigkeit der Bevölkerung
- Den institutionellen Kulturweg konsolidieren, der 2015 mit der Schaffung des kulturellen Zentrums begonnen hat (Lugano Arte e Cultura, Museo d'arte della Svizzera italiana, Fondazione culture e musei), das Lugano national und international positioniert hat
- Kulturbasierte Entwicklung unterstützen, indem durch die Künste sowie die Kultur- und Kreativindustrien Wohlbefinden und neue Chancen geschaffen werden, auch für den Kulturtourismus und neues Unternehmertum
- Nachhaltigkeit und soziale Innovation entwickeln durch Kunst und Kultur
- Netzwerke und Kooperationen stärken mit Schweizer Städten, Universitäten, Forschungszentren und innovativen Unternehmen und die Identität «da sud» sowie den nationalen Zusammenhalt aufwerten
- Kulturschaffende und die Kultur- und Kreativindustrien unterstützen , indem dank eines Gesamtprojekts günstigere Rahmenbedingungen geschaffen werden
- Kreativität, Innovation und die kulturelle Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger und der neuen Generationen fördern
Dezentralisierung, Zusammenarbeit, Komplementarität:
- drei «da sud»-Perspektiven, die die Schweiz von heute bereichern und zu ihren Herausforderungen beitragen können
- drei Grenzstädte im Dialog mit der Region Insubrica
- drei Seestädte: Wasser als Kommunikations- und Transportweg
- drei Städte, die Bildung und Forschung grossschreiben
- gemeinsame Grundlagen auf geografischer, historischer, kultureller und wirtschaftlicher Ebene
- die kritische Masse erhöhen, um Innovation, Kreativität und Investitionen anzuziehen
- aus einer Dimension der Selbstgenügsamkeit und Selbstreferenzialität heraustreten
Ziel: die geografischen und mentalen Horizonte erweitern, um Kirchturmdenken zu überwinden, und ein Experimentierfeld für neue Möglichkeiten der Interaktion zu schaffen
Der Fragebogen für Künstlerinnen und Künstler, Institutionen und Bürgerinnen und Bürger
Zwischen Oktober und Anfang November 2025 hat die Stadt Online-Fragebögen veröffentlicht, um Anregungen, Beobachtungen und Vorschläge zur Bereicherung der Bewerbung Luganos zu sammeln – von Bürgerinnen und Bürgern, Künstlerinnen und Künstlern, Fachleuten des Bereichs, Amateurorganisationen, kulturellen und akademischen Institutionen, öffentlichen Körperschaften und Unternehmen.
Was ist die Kulturhauptstadt Schweiz
Der Titel Kulturhauptstadt Schweiz wird einer Stadt mit mindestens 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern verliehen, wobei idealerweise zwischen den vier Sprachregionen der Schweiz abgewechselt wird. Für ein Jahr wird eine Stadt oder eine Region zum kulturellen Herzen des Landes. Es handelt sich um ein nationales Ereignis, das verbinden soll, währenddessen sich Künstlerinnen und Künstler sowie Menschen aus der ganzen Schweiz treffen, Ideen austauschen und Vielfalt fördern können.
Der Verein Kulturhauptstadt Schweiz wurde 2020 auf Initiative von Daniel Rossellat (Präsident des Paléo Festival Nyon und ehemaliger Eventdirektor von Expo 0.2) gegründet. Nach dem Vorbild der Europäischen Kulturhauptstädte ist vorgesehen, alle drei Jahre eine Kulturhauptstadt Schweiz zu küren, um die Schweizer Bevölkerung am kulturellen Leben zu beteiligen und Kreativität sowie Austausch zu fördern. Die erste Hauptstadt wird 2027 La Chaux-de-Fonds sein, als Pilotprojekt.
Letzte Aktualisierung: 4. Juni 2026
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